Bestandsaufnahme 2014

Aufgrund der trockenen, warmen Witterung im Frühjahr startete die wissenschaftliche Bestandsaufnahme in diesem Jahr früher: Die ersten Bestandsmeldungen erfolgten bereits Mitte April. Es wurden in erster Linie Wiesen kartiert, zu denen noch keine aktuellen Daten vorliegen. Außerdem wurden unsichere Meldungen aus dem Vorjahr überprüft. Wurden im letzten Jahr auf 8 von 10 bekannten Feucht- und Nasswiesen Bestände des Breitblättrigen Knabenkrauts bestätigt, so hat sich dieser Trend in diesem Jahr ungekehrt, d.h. nur auf 2 von 10 Wiesen konnten Bestände nachgewiesen werden. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass das Ziel der Bestandsaufnahme 2013 war, möglichst in jeder Stadt/Gemeinde im Saarland mindestens ein Vorkommen mit Breitblättrigem Knabenkraut nachzuweisen und in erster Linie bekannte, größere Vorkommen kartiert wurden. In diesem Jahr wurden die kleineren bzw. nicht so bekannten Wiesen kartiert und hier zeigt sich ein deutlicher Rückgang.

<p">Die Wissenschaftler der Delattinia und des Zentrums für Biodokumentation haben außerdem festgestellt, dass in diesem Jahr aufgrund der trockenen und warmen Witterung im Frühjahr bereits viele Feucht- und Nasswiesen, die im letzten Jahr kartiert wurden, bereits gemäht sind. D.h. im Umkehrschluss, dass vermutlich viele Bestände, die im vergangenen Jahr kartiert wurden, aufgrund der feuchten, kühlen Witterung noch nicht gemäht waren.

Hier wird deutlich, dass im Rahmen der Bewusstseinsbildung unbedingt ein enger Kontakt zu den Bewirtschaftern hergestellt werden muss, um u.a. die Einhaltung von Mähterminen (ab Mitte Juni) zu gewährleisten. Nur so kann der Lebensraum Feucht – und Nasswiese mit Beständen des Breitblättrigen Knabenkrauts dauerhaft erhalten werden.

Soziologische Evaluation

Vom 14. Oktober bis 15. November 2013 startete der zweite Durchgang der Online-Befragung (Veränderung der Wahrnehmung des Projektes, Wissensgewinn durch Öffentlichkeitsarbeit) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

152 Befragte haben daran teilgenommen, davon mehr weibliche (57,5%) als männliche (42,5 %), über 50 % mit Studien- oder Hochschulabschluss. Die Altersklasse 50 bis 54 Jahre war besonders stark vertreten. Mehr als 95 % erkennen das Breitblättrige Knabenkraut.

Die starke Priorisierung des Aspekts „Erhalt der Artenvielfalt“ wurde auch in der zweiten Evaluation bestätigt. Im Vergleich zur vorangegangenen Auswertung weist die Auswahl der anderen Ränge eine größere Deutlichkeit bei der Abstufung zu.

Wie bereits in der ersten Evaluation vermutet, bestätigen sich auch in der zweiten Evaluation die Annahmen, Erhaltung der Artenvielfalt konsequent in Verbindung mit dem Verständnis vom Schutz der Natur zu sehen.

Die Befragten ordnen auch in der zweiten Evaluationsphase dem Begriff „Biologische Vielfalt“ die umfassende und doch sehr allgemeine Definition „die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde“ zu.

Interessant ist jedoch, dass 18 % der Befragten antworten, die biologische Vielfalt bedeute lebensfähige Population in ihrer natürlichen Umgebung zu bewahren und wiederherzustellen. In Phase I wurde dieses Item nur von 9 % der Befragten ausgewählt. Naturschutz geht somit über den Schutz des Vorhandenen hinaus, da die Wiederherstellung von Natur ebenfalls als Naturschutz angesehen wird.

Im Vergleich zur ersten Evaluation ist die deutlich zu sehen, dass die zustimmenden Antworten bei den Aspekten „Stolz über das Vorhandensein des Breitblättrige Knabenkrauts in meiner Gemeinde“ sowie „Engagement mit anderen für das Breitblättrige Knabenkraut“ angestiegen sind. Diese stärkere Wahrnehmung könnte mit dem Engagement des Naturschutzbundes NABU Saarland für die heimische Orchidee in allen saarländischen Gemeinden zusammenhängen. Im Rahmen der dritten Erhebung könnte es daher von Vorteil sein, dies in einer Frage abzufragen.